Wu Chi — Unsere ursprüngliche Quelle

Wu Chi — Unsere ursprüngliche Quelle

Die Taoisten beobachteten, was sich innerhalb ihres Körpers in Relation zum Außen in der Natur und im Universum abspielte. Sie fanden heraus, dass die Gesetzmäßigkeiten in der Natur und im Universum gleichermaßen im inneren Körpersystem wie im Universum existieren.

In ihren Meditationen kamen sie an ihren Ursprung zurück und entdeckten dabei eine Urleere, einen Zustand von Nichts und erkannten dies als den Zustand zu Beginn aller Schöpfung an. Man nannte es Wu Chi. Dies wird in der taoistischen Kunst als leerer Kreis dargestellt, Wu Chi, die große Leere, der Anfang, das Nichts, das Tao.

Man kann dies vergleichen mit der Leere vor unserer eigenen Erschaffung. Wer weiß oder kann sagen, wie wir entstanden sind? Verfolgen Sie sich so weit zurück wie es geht, und Sie werden auf das gleiche Mysterium stoßen, das schon alle Vorfahren beeindruckt hat. Früher einmal waren wir im Zustand des Nichts und wurden daraus geboren mit all unserer Vielfalt und Stärke.

Yin und Yang

Yin und Yang sind die zwei großen Polaritäten, die aus dem ursprünglichen Chi erwachsen, um alle Materie zu bilden, einschließlich des menschlichen Körpers. Um das Chi im menschlichen Körper beurteilen und einschätzen zu können, ist es zuerst einmal nötig zu unterscheiden, ob es Yin oder Yang ist.

Yin zeigt sich als emotional passiv, empfangend, leer, geistig, als Nacht, Erde, innen, beharrlich, kalt, sammelnd, Wasser, dunkel, ruhend und Mond. Yin zieht sich gewöhnlich zusammen, fließt abwärts und nach innen. Das Yin ist tief im Inneren des Körpers verborgen. Intelligenz ist in der Zusammensetzung Yin. Yang ist als schaffend definiert, als voll, aktiv, Tag, Bewegung, heiß, äußerlich, Feuer, Himmel und Sonne bezeichnet. Yang dehnt sich aus, fließt aufwärts und nach außen. Yang ist an der Oberfläche, es ist das, was man sieht. Es ist der Ausdruck von Intelligenz.

Obschon gegensätzlich in ihrer Charakteristik sind Yin und Yang keine getrennten Kräfte. Sie existieren in Relation zueinander, haben einen konstanten und fortwährenden Einfluss aufeinander. Jedes enthält einen Samen des Anderen in sich, der sich entwickelt und schließlich zum Anderen wird. Sie sind die beiden Seiten einer Medaille. Sie sind wie zwei Pole auf einem Stabmagnet, funktionierend in einem Energiefeld. Taoisten beschreiben alles im Grad der Verteilung von Yin und Yang. Menschen wurden gezeugt in einer harmonischen Balance dieser Kräfte. Man kann gesund bleiben und lange leben, wenn man sie in Harmonie halten kann. Perfekte Harmonie bedeutet perfekte Gesundheit. Taoisten praktizieren hauptsächlich, um diese perfekte Harmonie zu erreichen.

Die Taoisten versuchten immer schon ihren Körper zu verstehen, indem sie verglichen und gegenüber stellten, was im Körper geschieht und was draußen in der Natur. Sie fanden immer das exakte Gegenstück, weil die Naturgesetze innen und außen auf allen Ebenen und in jeder Situation identisch sind. Als die Taoisten die exakte Übereinstimmung zwischen den inneren Körpersystemen und dem äußeren System des Universums herausfanden, verstanden sie, dass sie eine energetische Verbindung hatten, auf die sie sich verlassen konnten.

Die Taoisten glaubten, dass der Beginn des menschlichen Lebens ähnlich sein muss wie der Beginn des Universums. Die Geburt eines neuen menschlichen Wesens ist ein evolutionärer Prozess, der bestimmten universellen Gesetzen folgt, einfach so wie die Evolution des Universums. Dabei wird das Universum so verstanden, dass sich alles  gegenseitig reflektiert und in Wechselbeziehung zueinander steht. In diesem Sinn spiegeln die fünf Elemente beides, einerseits den Wechsel der Jahreszeiten im Makrokosmos und andererseits den inneren Kreislauf von Energie durch die Organsysteme.

 

Der Einfluss disharmonischer Emotionen auf unsere Gesundheit

Der Einfluss disharmonischer Emotionen auf unsere Gesundheit

Emotionen sind eine Art von Energie die entweder frei fließen oder in unseren Organen gestaut sein kann. Emotionale Probleme können durch Umstände des Lebensstils entstehen, wie Überarbeitung, Stress, Unfälle, Operationen, Drogen, Gifte, schlechtes Essen und schlechte Haltung, flache Atmung. Was auch immer ihr Ursprung ist,  disharmonischer Gefühle von Angst, Wut, Ungeduld, Sorgen und Kummer verursachen den größten Schaden im Körper. Wenn diese disharmonischen Gefühle und giftigen Energien keinen Abbau in den Organen finden, bleiben sie in diesen stecken oder lagern sich im energetischen Zentrum des Körpers ab. Angst stresst die Nieren und verursacht genitale und Blasen Beeinträchtigungen, Wut stresst die Leber, kann zu Migräne und eingeschränkter Sehkraft führen, Ungeduld, Hass und Grausamkeit stresst das Herz und kann zu unregelmäßigem Herzschlag und höherem Blutdruck führen, Sorgen stressen die Milz und verursachen gestörte Verdauung andauernder Kummer belastet die Lungen und kann zu unregelmäßiger Atmung und Verstopfung führen.

Eine starke Verbindung zu den eigenen Energiequellen herstellen

Die Taoisten entdeckten, dass die meisten Krankheiten geheilt werden können, wenn die zugrunde liegenden Ursachen, Gifte, und disharmonischen Kräfte dem Körper entzogen werden. Sie entwickelten eine Selbstheilkunst, disharmonische Energien durch Meditation, Übungen und verschiedene Heilpraktiken zu recyceln und zu transformieren. Um den persönlichen Energiehaushalt nicht zu erschöpfen, ist es zuerst einmal nötig, sich die Verbindung mit den eigenen Energiequellen und den Energien des Universums bewusst zu machen. Kann man sich man sich mit diesen Energien verbinden, ist man stark und die Energie, die durch uns fließt, wird von der richtigen Qualität und Quantität sein, man erschöpft seine Ressourcen nicht so leicht.

Tägliche Praxis

Hat man begonnen, seine eigene Energie (Chi) durch regelmäßige Meditation wieder mit den universellen Kräften des Universums um sich herum zu verbinden und damit krankes, unerwünschtes emotionales Chi (Energie) zu verbrennen, beginnt sich stärkeres und positives Chi in uns zu entwickeln. Fangen Sie den Tag mit  dem Inneren Lächeln zu ihren vitalen Organen an und sie werden es ihnen danken. Indem Sie Ihre Meditationen und Praktiken in immer komplexere, alchemistische Prozesse ausweiten, entwickeln Sie mehr Stärke und Selbstsicherheit. Diese Art innerer Arbeit mit der Körperalchemie beinhaltet auch behutsame Aufmerksamkeit für den ganzen Körper und die geistigen Systeme. Das ist eines der Prinzipien taoistischer Energiearbeit nach Groß-Meister Mantak Chia. 
Werden Sie ihr eigener Therapeut im 5 Elemente System der Traditionellen Chinesischen Medizin.

 

Taoistische Alchemie – die „Chymische Hochzeit“ im alten China

Taoistische Alchemie – die „Chymische Hochzeit“ im alten China

Die „Fusion der 5 Elemente“ gehört zu den wichtigsten Praktiken der inneren Alchemie. Sie gilt wegen ihrer großen Wirksamkeit bei der Transformation von disharmonischen Emotionen als „Juwel“ der taoistischen Meditationen. Die Übungen fördern die innere Stärke und Selbstbestimmtheit. Nichts haut uns mehr so schnell um – Gelassenheit und Zentriertheit stellen sich leichter ein. Sie ist ein kraftvolles Mentaltraining, das unsere Merk- und Konzentrationsfähigkeit steigert, der Akt der Balance. Die Fusion dient zudem dem energetischen Selbstschutz und ist speziell für alle, die viel mit anderen Menschen arbeiten, von großem Nutzen.

In den alchemistischen Praktiken der Fusion werden verschiedene Pakua (Bakua) und Sammelpunkte verwendet, um anhaftende, emotionale Energien aus den Organen zu extrahieren, zu binden und zu harmonisieren. Das Einsammeln der Organenergie schwächt die Organe in keiner Weise. Jedes Mal, wenn Sie die Fusion praktizieren, ist es in Wirk­lichkeit so, dass die aus den Organen gesammelten Essenzener­gien zu einer Lebensenergie von verbesserter Qualität verschmol­zen, geläutert und umgewandelt werden. Am Ende jeder Übung wird die Energie in Perlenform gesammelte und dem Körper zurückgegeben, um alle Organe und Drüsen, besonders aber diejenigen, die zusätzliche Energie benötigen, zu stärken.

Der Westen kennt auch vergleichbare Traditionen, wie z.B. die „Chymische Hochzeit“ als Titel einer der Grundschriften der Rosenkreuzer und als Instrument der forschenden Adepten, die über die hermetischen Schlüssel der 'Alchymie', der Kabbala und der Astrologie verfügten. In der Alchemie meint die chymische Hochzeit die Vereinigung der Gegensätze und offenbart den Stufenweg der Einweihung in die letzten großen Geheimnisse unseres Daseins. Beim Meisterstück der Alchemisten, der Herstellung eines Steins der Weisen, mit dem sich Gold herstellen und ein Unsterblichkeitselixier gewinnen lassen soll, ist eine der nötigen Handlungen die coagulatio der Materie, der Gerinnung unvereinter Stoffe in chymischer Hochzeit. Sie bezeichnet in der erotischen Bildersymbolik der Alchemie den Höhepunkt des Großen Werkes (opus magnum), wenn sich die weiße Königin (Symbol: Quecksilber, Silber oder Mond) mit dem roten König (Symbol: Schwefel, Gold oder Sonne) vereinigt. Die Vereinigung der polaren Gegensätze ist aber nicht nur ein äußerer Vorgang, sondern auch eine Allegorie des inneren, seelischen Wandlungsprozesses eines Menschen, da die Veränderung des Menschen selbst eines der wichtigsten Ziele der Alchemie war.

 

Praxis der FUSION

Praxis der FUSION

Die tantrischen Linien des tibetischen Buddhismus und die vedischen Yogatraditionen kennen und praktizieren seit Jahrhunderten vergleichbare Praktiken. Auch die Taoisten laden ihr Mandala – das Pakua – durch die Meditation tragende Tonierungen auf: Ein besonders tief berührender Teil der Fusionspraxis. Schwingungen, Vibrationen, Resonanzen und Töne spielen überhaupt eine große Rolle in den taoistischen Traditionen. Während der Jahrtausende langen Beschäftigung mit Philoso­phie und Psychologie erkannten die Taoisten die Notwendigkeit, die Grundgefühle der Menschen zu erforschen. Sie beobachteten, dass bestimmte Handlungen unerwünschte Emotionen anziehen, wenn man sie nicht begreift und bewältigt. Disharmonische Emotionen können in nützli­che Lebensenergie umgewandelt werden. Deshalb bedeutet das Abstoßen oder Unterdrücken unerwünschter, nega­tiver Emotionen, dass man Lebenskraft abstößt oder unterdrückt. Stattdessen hält man es im taoistischen System für besser, ihre Erfahrung zu nutzen.

Das heißt, man lässt sie hervortre­ten, ohne ihnen zu erlauben, verrückt zu spielen oder andere nega­tive Emotionen auszulösen. Sie können die Kontrolle übernehmen, so dass Sie sie nicht nur in nutzbringende Lebenskraft, sondern auch in eine Form höheren Bewusstseins, Ihre spirituelle Energie, umwandeln können.

Die gesamte Übung der Fusion ist ein systematischer Prozess der Selbstreinigung und Kontrolle über die eigenen, inneren Kräfte. Durch die Bildung einer Perle aus reiner Energie und die Verschmelzung der Kräfte der Fünf Elemente zu einer neuen, ver­besserten und geläuterten Form von Lebenskraft, werden Sie die Macht der Selbstkontrolle erlangen. Mit Hilfe dieser Macht kön­nen Sie auch die Kosmische Kraft direkt herbeirufen, damit sie Ihnen Stärke und Schutz gewähren.

Die Übung der Fusion ist ein aus Formeln (Techniken) bestehendes Meditationssystem.

 

Fusion der Fünf  Elemente I

Auf der ersten Stufe der Fusion lernt man, wie die disharmonischen Emotionen von Sorge, Trauer, Grausamkeit, Zorn und Furcht in reine Energie umgewandelt werden können. Dies geschieht, indem man die Quelle negativer Emotionen in den fünf Hauptorganen ausfindig macht. Mit Hilfe der vibrierenden Essenzen der Acht Schöpfungskräfte des     'pa kua' können die belastenden Blockaden der Organe gelöst werden. Nachdem die überschüssige emotionale Energie aus den Organen herausgefiltert ist, kann der Organismus zu einem Zustand psycho-physischen Gleichgewichts zurückfinden. Die von disharmonischen Emotionen befreite reine Energie kristallisiert sich zu einer leuchtenden Perle oder einer Kristallkugel. Diese Perle spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Nährung des Seelen- oder Energiekörpers, der ausschließlich von der reinen Energie der fünf Organe gespeist wird.

Fusion der Fünf  Elemente II

Auf der zweiten Stufe der Fusion lernt man, wie man die reine Energie der fünf Organe kreisen lassen kann, sobald diese von disharmonischen Emotionen befreit sind. Sind die Organe gereinigt, entstehen die positiven Gefühle von Freundlichkeit, Sanftheit, Respekt, Ausgeglichenheit, Gerechtigkeit und Mitgefühl als natürlicher Ausdruck des inneren Gleichgewichts. Der Übende kann diesen Gleichgewichtszustand überwachen, indem er die Natur der sich spontan bildenden Emotionen beobachtet.

Die Energie der positiven Emotionen wird dazu eingesetzt, die drei vom Perineum (unter den Sexualorganen) aus zum Scheitelpunkt verlaufenden Kanäle zu öffnen, welche als Aufsteigende Kanäle bezeichnet werden. Zusätzlich öffnet man die Gürtelkanäle, die die neun Hauptenergiezentren des Körpers umgeben.

Fusion der Fünf  Elemente III

Auf der dritten Stufe der Fusion vollendet der Übende die Reinigung der Energiebahnen im Körper, indem er die Brücken- und Regulator Kanäle aktiviert. Mit dem Öffnen des Kleinen Kreislaufs, des Aufsteigenden Kanals, der Gürtelkanäle und der positiven und disharmonischen Kanäle in Armen und Beinen wird der Körper nun völlig durchlässig für das Kreisen der Lebens-Energie. Der ungehinderte Energiefluss bildet die Grundlage für vollkommene körperliche und seelische Gesundheit. In dieser Stufe bauen Sie ein außergewöhnliches psychisches Schutzfeld auf und lernen Verfahren, um Energieblockaden zu lösen, die sich bevorzugt am Rückgrat und in anderen Körperregionen festsetzen.

Die Methode der Fusion stellt eine der größten Leistungen der taoistischen Meister dar, da sie den Menschen in die Lage versetzt, den Körper von disharmonischen Emotionen zu befreien und zugleich das reine Licht positiver Kräfte leuchten zu lassen.


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